Projekte und Aktivitäten: Uganda NACWOLA

Die Selbsthilfegruppe "NACWOLA" ("National Community of Woman living with AIDS") in Arua. In der Region Arua im äußersten Nordwesten von Uganda, knapp 500 km von der Hauptstadt Kampala entfernt. Dort haben sich Rose Atibuni und andere Frauen zur Selbsthilfegruppe NACWOLA zusammengeschlossen. NACWOLA hat sich aus der großen nationalen Selbsthilfeorganisation TASO ("The AIDS Support Organisation") entwickelt. TASO existiert seit 1986 und ist in vielen Regionen des Landes im Kampf gegen HIV/AIDS aktiv.
NACWOLA organisiert eine Reihe von Projekten, die von "One World - One Hope e. V." und anderen (wie "Save the Children Fund", Großbritannien und „Mèdecins sans Frontiéres“, Frankreich) unterstützt werden.

Die ersten Aktivitäten


Zu Beginn, organisierte NACWOLA eine Reihe von Aktivitäten, um die Bevölkerung in und um Arua zu sensibilisieren für das Thema und um konkrete Unterstützung für Menschen mit HIV / AIDS und deren Familien zu leisten.

Die wichtigsten waren:
- Unterstützung für Familien und Kinder, um weiter den Schulbesuch zu ermöglichen. Viele Kinder verlieren durch den Verlust von einem oder beiden Elternteilen die Möglichkeit, die Schule weiterhin zu besuchen und ihre Ausbildung zu beenden. Die enormen menschlichen und ökonomischen Belastungen durch Krankheit und Tod können von der Großfamilie nicht mehr aufgefangen werden. Kinder sind deshalb oft gezwungen, schon früh für ihren eigenen Lebensunterhalt und den ihrer jüngeren Geschwister aufzukommen. NACWOLA hat deshalb seit 1997 Kinder unterstützt, damit diese nicht die Schule verlassen mussten und ihre Ausbildung beenden konnten. Diese haben damit die Möglichkeit, einen Beruf auszuüben und damit für sich und ihre Familien das Überleben zu sichern. ;
- Ein „Erinnerungs-Projekt“ wo Eltern, bei denen schon AIDS ausgebrochen war, Ereignisse aus ihrem Leben festhielten, als Erinnerung für die Kinder nach ihrem Tod.
- Home Care Project
Das Home Care-Projekt war jahrelang das wichtigst Projekt (und ist es auch heute, in veränderter Form noch, s.unten) Es bot Fürsorge und Betreuung für HIV-Infizierte und AIDS-PatientInnen sowie deren Familien und Freunde an. Neben den pflegerischen Diensten standen in erster Linie die Wahrnehmung der Menschenrechte der Betroffenen, ihre Anerkennung und Nicht-Diskriminierung innerhalb der Familie und Gesellschaft im Vordergrund der Arbeit. "In Würde sterben" wie Rose Atibuni ein grundlegendes Ziel der Arbeit von NACWOLA nannte. Das Projekt basierte auf der freiwilligen Mitarbeit von HIV-positiven Frauen. Sie wurden ausgebildet, um HIV-infizierte Menschen und AIDS-PatientInnen in ihren Familien zu besuchen. Angeboten wurde eine medizinische Grundversorgung und Pflege. Medikamente zur Behandlung der Infektion standen damals aufgrund des für diese Menschen unerschwinglichen Preisen aber nicht zur Verfügung.. Es wurden Fahrräder für die Hausbesuche angeschafft - das einzige Transportmittel, um in die zum Teil sehr weit entfernten Dörfer zu kommen.

Aktuelle Aktivitäten:

- Dank der Unterstützung von „Mèdecins sans Frontières“ haben jetzt in Arua 300 Menschen mit HIV / AIDS Zugang zu moderner effektiver antiretroviralen Therapie. Das hat die gesamte Situation verändert und vielen Menschen neue Hoffnung gegeben. Rose selbst nimmt die Medikamente, aber nicht allen Betroffenen bekommen sie oder haben guten Erfolg. Die Arbeit von NACWOLA hat sich sehr auf die Unterstützung der medizinischen Therapie verlagert, damit die Betroffenen die Medikamente richtig und kontinuierlich nehmen. Es finden aber noch immer Hausbesuche bei Kranken statt. Wichtig ist auch die Arbeit, schwangere Frauen zu einem HIV Test zu motivieren, um die Übertragung des Virus von Mutter auf Kind zu reduzieren.
- Aufklärungsarbeit ist nach wie vor wichtig, besonders weil Stigma und Diskriminierung nach wie vor verbreitet sind. Ein neues Projekt wurde im Distrikt Yumbe iniziert, wo die Situation noch sehr bedrückend ist.

Aufbau eines Informationsbüros und Heims für NACWOLA.

Die Organisation hat ungefähr 70 Mitglieder in Aura-Stadt und weitere 30 in der näheren Umgebung. Bis jetzt benutzte die Organisation kleine Räume, die ihnen vom Aura-Krankenhaus zur Verfügung gestellt werden für ihre Treffen und Aktivitäten.
Mit der Spende von GlaxoWellcome begannen im Jahr 2000 die Vorbereitungen für ein eigenes Heim, das zum einen als Treffpunkt für die Frauen und Familien benutzt werden kann, zum anderen als Büro für die vielfältigen Aktivitäten. Dort soll auch Informationsmaterial ausgelegt und kleine Veranstaltungen durchgeführt werden. Dieses Haus wurde wesentlich mit den Spenden von OWOH nun fertig gestellt (August 2003), das Dach ist drauf und nur noch die Inneneinrichtung und ein Zaun müssen beschafft werden. OWOH hat dies zum Anlass genommen, am 13. September in Frankfurt ein Fest zu organisieren, wo über diesen Erfolg berichtet und weiterhin Spenden gesammelt wurden.
Die offizielle Eröffnung des Zentrums ist noch für dieses Jahr geplant und die Deutsche Botschaft in Kampala wird vermutlich zur Eröffnung vertreten sein.

Kontaktadresse:

Ms. Rose Atibuni
C/o Nacwola
P.O. BOX 3
Arua Uganda


oder über one-world-one-hope.de